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„Der persönliche Kontakt fehlt"

Grafschafter Selbsthilfegruppen leiden unter Corona-Kontaktbeschränkungen

„Jetzt merken wir erst, wie frei wir waren vor der Pandemie“, „Wir wünschen uns, dass alles wieder so wird wie vor der Pandemie“, „Es ist sehr still geworden“: Diese und viele ähnliche Antworten gaben die Grafschafter Selbsthilfegruppen auf die Frage, wie sie die seit nunmehr ein Jahr dauernde Corona-Pandemie vor Ort bewältigen.

Das Büro für Selbsthilfe und Gesundheitsförderung des Landkreises hatte die Gruppen angeschrieben und um die Beantwortung eines Fragebogens zu den Auswirkungen von Corona gebeten. „Die Resonanz war überraschend groß. Offenbar haben viele Engagierte in der Selbsthilfe das Bedürfnis nach Austausch. Wir haben uns gefreut, dass viele sich so umfangreich geäußert haben und wir so einen Eindruck davon bekommen, mit welchen Schwierigkeiten die Gruppen seit einem Jahr zu kämpfen haben“, erklärt Dr. Annegret Hölscher, Büro für Selbsthilfe und Gesundheitsförderung. Schließlich stehen die Betroffenen nicht nur vor der Herausforderung der Bewältigung ihrer Krankheit oder ihres Problems. Die – für die Alltagsbewältigung notwendige Hilfe – der persönliche Austausch mit Gleichgesinnten in der Gruppe – findet aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht statt. „Persönliche Treffen und die Gespräche mit anderen Betroffenen bilden aber die Basis der Selbsthilfe. Gerade diese wichtige Unterstützung ist es, die Selbsthilfegruppen und ihre Mitglieder brauchen. Umso tragischer ist es, dass genau dieser Stützpfeiler, mit Ausnahme der Suchtgruppen, derzeit wegfällt“, so Dr. Hölscher.

Die Antworten der Gruppen wurden in einem Newsletter zusammengefasst, der den Selbsthilfemitgliedern zugeschickt wird. „Wir möchten damit Mut zum Durchhalten machen und zeigen, dass auch andere Gruppen vor denselben Problemen stehen und welche Lösungen sie für die Bewältigung der Situation gefunden haben“, sagte Dr. Annegret Hölscher. Dass die Gruppen unter den Kontaktbeschränkungen leiden, zeigte sich auch in den Antworten der Fragebögen: „Durch unsere regelmäßigen Gruppentreffen hat man einen besseren intensiveren Kontakt und ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl. Das kann durch die Pandemie schnell verlorengehen“, betonte ein Mitglied einer Suchtgruppe. „Vereinsamung ist das größte Problem!“, „Der persönliche Kontakt fehlt!“. Und: „Die größten Probleme sind die Kontaktbeschränkung und die Angst, einander anzustecken.“ Um den Kontakt zu den Mitgliedern aufrecht zu halten, bieten einige Gruppen Online-Treffen an und ermöglichen so zumindest einen virtuellen Austausch. Auch Social Media wird in einigen Fällen genutzt. „Meiner Meinung nach gleicht der Kontakt über Social Media das persönliche Gespräch nicht aus“, betont jedoch ein Selbsthilfemitglied. Vielfach sind die Betroffenen auch mit der Technik überfordert, sodass Online-Treffen nicht möglich sind. Andere waren sehr kreativ, um trotz Kontaktbeschränkungen den engen Draht zu anderen Gruppenmitgliedern zu halten: „Wir hatten einen Termin, an dem wir gemeinsam grillen wollten. Dieser wurde dann auch abgesagt. Eine Teilnehmerin hatte aber eine riesige Portion Kartoffelsalat gemacht, Bratwürste für alle gekauft und jedem einen Teller mit Bratwurst und Kartoffelsalat vor die Tür gestellt. So konnten wir abends zusammen grillen und mit ausreichendem Abstand auch zusammen essen!“, berichtete eine Gruppenleiterin. Und als Trostpflaster für die abgesagte gemeinsame Fahrt nach Berlin stand für jedes Gruppenmitglied eine Flasche „Berliner Weiße“ zum Anstoßen zu Hause vor der Tür.

Auch wenn Not bekanntermaßen erfinderisch macht, sehnen alle Gruppen ein Ende der Corona-Maßnahmen herbei: „Wir wünschen uns, dass alle den Weg zurück in die Gruppe finden und die alte Vertrautheit wieder hergestellt wird.“ Oder wie es ein Mitglied ausdrückte: „An Wünsche nach der Pandemie denke ich noch nicht. Ich wünsche nur, dass es bald vorbei ist und wir wieder durchstarten können.“

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